Beitrag vom 30. Januar 2009Keine Kommentare
mangelnde Weitsicht

Vollbeschäftigung als Utopie? Von wegen! Die Beschäftigung aller Menschen ist doch gar nicht so schwer. Die ersten Entwicklungen haben wir doch schon erreicht. Das Drücken des Lohns in den Niedriglohnsektoren war doch schon ein guter Anfang. Die 1-Euro-Jobs auch eine grandiose Idee. Warum gehen wir diesen fortschrittlichen und gesunden Weg nicht einfach weiter?

Auf der Homepage des Verfassungsschutzes werden Observationskräfte gesucht. Ist das nicht eine Möglichkeit den Arbeitsmarkt zu beleben? Augen hat doch jeder im Kopf. Und wenn auf jede Zielperson 200 Menschen angesetzt sind, dann fliegt auch kein Detektiv mehr auf. Den Menschen müsste auch nur 1 Euro gezahlt werden und das ganze wird als Weiterbildung deklariert. Und zack, wir haben einige Tausend Arbeitslose weniger. Und damit die gewonnenen Geheimnisse auch sicher sind, setzen wir einfach auf die Observierenden wieder Observierende an. Das System zur Vollbeschäftigung. Bei anderen Menschen einen Makel zu finden oder Verfehlungen zu erkennen, darin sind viele Menschen groß. Dabei könnte vor den Gerichten in denen Nachbarschaftsstreitigkeiten über Heckenwuchs verhandelt werden Werber der Institutionen platziert werden. Der Slogan könnte sein: Heute schon kontrolliert?

Die Einsatzbereiche sind unwahrscheinlich umfangreich. In meinem Wohnblock werden Fahrräder gestohlen und auch in regelmäßigen Abständen Wohnungen aufgebrochen. Warum kann nicht der Staat da eingreifen? Wir bräuchten doch nur einen Wohnabschnittsbevollmächtigten, oder zwei weil der Tag ja so lang ist, der sich vor der Tür postiert, zur Not auch auf einem Stuhl, und die Menschen kontrolliert. Im Resultat hätten wir glücklichere Mieter und ein Ansteigen der Effektivität bei der Arbeit. Höhere Produktivität. Höherer Konsum der Chefs (weil ja bei den Angestellten nichts hängen bleibt). Gesundung durch Glück. Das muss doch funktionieren.

Stoppen wir endlich die utopischen Diskussionen über Glück und Gerechtigkeit für jedermann. Solange überall Zigarettenkippen und Kaugummis auf den Gehwegen landen brauchen wir einfach mehr Kiezsheriffs. Wenn laut Arbeitsmarktzahlen im Dezember 2008 fast 3,1 Millionen Menschen ohne Beschäftigung waren, dann sehen wir doch wie nötig Reformen sind. Lachen wir ohne Sorge der riesigen Wirtschaftskrise ins Gesicht. Helfen wir dem unschuldigen Staat und den treusorgenden Banken wieder auf die Beine. Lasst uns alles und jeden kontrollieren, mit horrenden Bußgeldern die Staatskasse prall füllen und die Bundesrepublik wird wieder auf der Sonnenseite stehen.

(C.M.)

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