Beitrag vom 13. Februar 2009Keine Kommentare
Freiwilligenjahre zur Pflicht machen?

Seit Jahren diskutieren unzählige Menschen über den Sinn oder Nicht-Sinn des Wehr- bzw. Ersatzdienstes. Nebenbei entwickelten sich viele Institutionen die jungen Menschen die Möglichkeit einräumen beispielsweise ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr zu absolvieren. Im Jahr 2008 wurde auch in den Medien die von der Bundesregierung unterstützte Aktion des Entwicklungsdienstes groß beworben.

Bei der kurzen Recherche ist mir aufgefallen, dass es immer wieder Vorstöße verschiedenster Gruppierungen gibt, die sich aus unterschiedlichsten Gründen für eine Pflicht zu einem sozialen oder ökologischen Dienst aussprechen. Die Resonanz auf diese Vorschläge fällt äußerst differenziert aus. Keine Pflicht für niemanden. Oder die Frauen mehr heranziehen, weil diese auch Gleichberechtigung fordern. Auch Stimmen, die anmahnen, dass es schon rein finanziell nicht tragbar wäre sind zu vernehmen.

Ich persönlich kenne mich in diesem Thema nicht sonderlich gut aus. Daher könnte meine Gedankenexperimente auch hahnebüchen sein. Schon aus eigenem Wissenstrieb würde ich gern wissen, ob diese Ideen von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Helft mir auf die Sprünge.

Ausgangssitutation:

Alle Personen wären demnach verpflichtet, ein Jahr sozialen, ökologischen oder anderweitigen Dienst abzuleisten. Die Arbeit würde entsprechend einer aufzustellenden Rechnung vergütet werden. Es müsste natürlich auch geschaut werden, dass diese Arbeiten nicht den regulären Arbeitsmarkt in den jeweiligen Bereichen ersetzt. Dazu erhalten die Personen Anrechnung des Jahres, auch was die Rentenkasse anbelangt. Darüber hinaus würde ein System erstellt werden müssen, dass „frische“ Absolventen einer Ausbildung während des Jahres Möglichkeiten haben ihr fachliches Wissen auf dem neusten Stand zu halten. Vielleicht in Form von Workshops, Seminaren oder Bildungsgutscheinen für XY.Vielleicht ist es gar möglich, berufsnahe Angebote zu etablieren. Jemand aus der Branche XY arbeitet für ein Projekt soundso. Somit würden dem Arbeitgebern und dem Arbeitnehmern nur geringfügig Nachteile entstehen.

Es steht außer Frage, dass die Finanzierung auf einem anderen Blatt Papier steht. Generell geht es in erster Linie um die Frage, ob wir, als Gesellschaft, nicht auf vielerlei Weise davon profitieren könnten. Jeder Einzelne, die Gemeinschaft, die Umwelt und die Erde womöglich auch. Oder ist es zu viel verlangt? Schließt unsere Definition von „Freiheit“ ein solches Projekt per se aus? Kann ein Satz wie: „In diesem Jahr würde ich arbeiten, also Steuern bezahlen, also genug für den Staat tun.“ überzeugen? Ich selbst bin unschlüssig und gar keiner klaren Meinung. Wer womöglich mehr zu diesem Thema beitragen kann, ist herzlich eingeladen uns teilhaben zu lassen.

(C.M.)

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