Beitrag vom 8. Februar 2009Keine Kommentare
Kreuzburg Audiostream 06/09

(KW 06 2009) – Titel:  Aufräumen

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Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Aufräumen-

Aufräumen, Aufräumen. Räum‘ endlich Dein Zimmer auf! Das bedeutet Platz zu machen, Raum schaffen. Raum ist in der kleinsten Hütte, schreibt Schiller, für ein glücklich liebend Paar. Dazu muss man natürlich erst einmal zu zweit sein und eine Hütte haben. Dann kann man auch laut schreien: Friede den Hütten, Krieg den Palästen. Jawoll.

In Palästen muss man nämlich nicht aufräumen, weil dort zu viel Platz ist und zu viel Platz für einen einzigen heißt, das andere zu wenig davon haben. Denn Platz ist begrenzt und deswegen sind Paläste und Schlösser ungerecht und man kann und muss sich an den Kopf fassen, wenn in der Reichshauptstadt im Jahre 2009 wieder Schlösser aufgebaut werden. Weil die so schön aussehen. Ne, ist klar.

Apropos an den Kopf Fassen. Palast Menschen fassen sich leider gar nicht mehr an den Kopf, weil sie das Aufräumen verlernt haben und also auch nicht mehr in ihrem Hirn aufräumen. Dort sammelt sich dann der ganze Quatsch und Müll an, im Kopf dieser Gehirn Messis, und weil keiner mehr aufräumt, das Stübchen auskehrt, die Tassen wieder zurück in den Schrank stellt, kommt nur noch Grütze raus.

Dann macht man einen Flughafen zu und baut ein Schloss wieder auf, wegen der Bonzen. Ne, ist klar. Wird es eigentlich auch eine Volksbefragung zum neuen Stadtschloss geben mit Plakaten und so? Dürfen wir dann endlich wieder einen König wählen, der dort einziehen darf und dem wir sagen können: „Du musst nicht aufräumen lieber König. Wir machen das in den Hütten, weil es dort so kuschelig eng ist. Schreite er hin hinfort, wir polieren ihm die Krone“ – dass wir nicht lachen.

Wenigstens gibt es dann wieder ein Schloss, dass man stürmen kann, wenn man Lust dazu hat. Revolution und Guillotine, einmal ist keinmal, also das ganze noch mal von vorn. Aus der Geschichte lernen ist des Deutschen liebstes Ding so oder so noch nie gewesen, weil daraus lernen bedeutet aufzuräumen, mit dem was passiert ist. Deswegen wird es wohl noch einmal 20 Jahre dauern, bis man ordentlich darüber reden kann, dass die DDR ein Schweinesystem war, die BRD aber genauso schweineartig, genauso menschenverachtend das Beitrittsgebiet verschlungen hat, wie ein dicker feister Römer, der sich noch mit der Pfauenfeder in der Hand herüberwälzt hat, um unaufhörlich weiter zu essen. Erst das Fressen und dann die Moral also wieder. Warum muss das eigentlich immer so lange dauern, dieses mit der Vergangenheit aufräumen?

Seid ihr zu faul um aufzuräumen? Habt ihr keinen Bock, oder habt ihr Angst, nach dem Aufräumen darüber nachdenken zu müssen, was als nächstes kommt? Was besser werden muss? Habt ihr Angst, die Verantwortung dafür zu übernehmen? Angst sollte man doch so oder so, vor nichts und niemandem haben.

Die Kreuzburg – jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – www.kenfm.de

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