Beitrag vom 25. Februar 2009Keine Kommentare
Einerseits Andererseits

Eine gute Entscheidung in jedem Fall. Nun steht ein biologisches Versuchslabor am Rande der USA. Eines der sichersten Gebäude der Welt, an einem, von Wirbelstürmen am regelmäßigsten verwüsteten, Ort auf der Welt. Zugegeben, die Entscheidung für Galveston und die Universität von Texas ist nachvollziehbar, die Kritik an der Standortwahl jedoch ebenso.

Einerseits versammelt die kleine Insel im Golf von Mexiko bereits eine Mehrzahl namhafter Virologen mit langjähriger Erfahrung im Betrieb von Hochsicherheitslaboren als Teil des medizinischen Zweiges der Hochschule. Weiterhin existiert hier eine ausgezeichnete Forschungsinfrastruktur auf einer Fläche von mehr als 120.000 m².

Andererseits gibt es ein nachvollziehbares Unverständnis dafür, wie man sich für eine meteorologische Krisenregion zur Erforschung höchst kritischer Krankheitserreger entscheiden kann. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das Forschungsgebäude gegen alle nur denkbaren Gefahren abgesichert ist. Die Position begründet sich vielmehr aus der Überlegung, dass jedes Sicherheitssystem nur so gut ist, wie die Menschen, die es konstruieren und die, die es anschließend am Laufen halten und der Angst vor dem denkbar Undenkbaren.

So, und wie soll man sich nun bei einer solchen Sachlage entscheiden?

Jede Entscheidung ist auf ihre Art die richtige. Jede Entscheidung lässt sich mittragen. Jede Entscheidung, zumindest bis zu dem Augenblick, in dem sie in die Tat gesetzt werden muss. An dieser feinen Schwelle, über die man sie aus den Händen des eigenen Horizonts, in die Welt des Wahrscheinlichen hinüber trägt, übergibt man gleicher Art die Gerichtsbarkeit. Nun ist es an der Zeit, dass Urteil über glücklich oder missglückt zu fällen. Dem Menschen aber, dem bleibt nur sein Wimpernschlag als ein Momentchen Glauben.

Im Falle von Galveston sind wir uns nun einig.

Die Einen wissen um die Unbedenklichkeit, die Übrigen hoffen auf das Wissen der Anderen. Die einen konservativ zukunftsorientiert, die anderen zukunftsorientiert konservativ. Darin bleiben wir uns wohl verschieden: Wie sehen wir die Welt und wohin stellen wir uns in ihr?

In Hamburg eröffnet übrigens demnächst das deutsche Pendent zu Galveston.

http://www.dailytexanonline.com/galveston_national_laboratory_opens_on_schedule

http://www.epa.gov/EPA-IMPACT/2005/April/Day-11/i7249.htm

http://www.utmb.edu/GNL/

http://www.nytimes.com/2008/10/29/us/29lab.html?n=Top/Reference/Times%20Topics/Subjects/H/Hurricanes%20and%20Tropical%20Storms/Hurricane%20Ike

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,587337,00.html

(vom Randy Dickinson)

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