Beitrag vom 1. März 2009Keine Kommentare
Kreuzburg Audiostream 09/09

(KW 09 2009) – Titel: Tabu

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Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Tabu-

Es geht ein Gespenst um dieser Tage und dieses Gespenst heißt Krise und diese Krise ist peinlich. Sie ist erbärmlich. Sie ist ein Schlag in das Gesicht der Zivilisation. Sie ist das Armutszeugnis der Nachkriegsgesellschaft, denn etwas anderes ist nie aus uns geworden, eine Nachkriegsgesellschaft, die immer und überall Angst hat, die sich fürchtet, die sich kollektiv in die Hose scheisst. Scheisse, ja Scheisse! Wenn die Moral und die Intelligenz versagen, dann braucht man auch keine Sprache mehr, die so tut, als würde man nachdenken. Kotze, Scheisse, Pisse, Fotze. Alles im Arsch.

Das heute und hier ist die Kapitulation vor dem Verstand. Jawohl es ist Dampf im Kessel. Der kleine Mann von der Strasse, der Staat und die Wirtschaft, eine Farce. Alles Spuk und Humbug und Idiotie. Medien zerren Menschen vor die Kamera, die wie Junkies von morgens bis abends die Angst vor dem Zusammenbruch predigen. Sie sagen: Heutzutage kann man froh sein, wenn man überhaupt noch Arbeit hat. Ach ja? Heutzutage. Heutzutage!

Schleicht die Pest wieder durch die Strassen? Verhungern Menschen in ihrem eigenen Kot? Weinen Mütter, weil sie ihre Söhne verlieren und Väter, weil ihre Töchter vergewaltigt wurden? Werden Menschen vergast? Was heißt dieses Heutzutage? Überhaupt noch froh zu sein, Arbeit zu haben? Gerne auch für weniger Geld, halbtags, Kurzarbeit, Stundenkonto, Määää, Määää, zurück in euer Gatter, Schaafe! Zurück in die Herde! Sie haben gegessen, sie wurden geschoren. Eigentlich wollten wir keine Herde mehr, keinen Hirten. Ihr wolltet keine Schafe mehr sein, Määää. Endlich wieder Arbeit haben, um eine Aufgabe zu haben. Also für jeden wieder eine Fackel. Deine Aufgabe ist es, die Lokomotive zu betanken, wohin der Zug fährt und wen er transportiert, ist Dir egal. Halt die Schnauze du dreckiges Schwein, oder ich nehm Dir deine Arbeit weg und dann bist du gar nicht mehr,

du mieses Stück Scheisse.

Warum macht ihr da alle mit? Warum wollt ihr euch einreihen? Warum kriecht ihr dahin? Warum bückt ihr euch? Warum plappert ihr alles nach, was man euch vorgaukelt? Schafe seid ihr, Bücklinge, Bauern und Sklaven, Knechte und Leibeigene jener Menschen ohne Moral, denn sie haben wieder zugeschlagen und sie schlagen zu und lachen sich krank, was sie euch noch alles erzählen können, damit ihr weiter jeden morgen brav zur Arbeit geht.

Natürlich habt ihr Familien. Natürlich habt ihr ein Haus gekauft, das ihr abbezahlen müsst. Natürlich ist es das Schwerste in diesem Leben, die eigene Existenz und die seiner Familie zu sichern und dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht. Aber genau damit haben sie euch an der Gurgel und sie würgen euch und quetschen euch an die Wand und drücken immer weiter zu. Ihr lasst es geschehen. Aber nur weil ihr klein bei gebt, wird es nicht besser werden, es wird immer schlimmer. Ihr habt immer weniger Überblick, immer weniger Selbstvertrauen, um euer Leben selbst zu bestimmen, immer weniger Selbstachtung, sich nichts einreden zu lassen, Nein zu sagen, nicht mit zu machen, es anders zu machen. In 20 oder 30 Jahren werden eure Kinder fragen: Warum hattet ihr so wenig Mut?

Warum habt ihr immer wieder so schnell aufgegeben, eure Stimme zu heben und die Faust zu ballen, um euch zu wehren? Weil es so harte Zeiten waren?

Heutzutage?

Die Angst geht um, weil Angst der Motor des Kapitalismus ist, genauso wie Angst der Motor der Diktatur war, Kommunismus, Liberalismus, Sozialismus, Einschüchterung, Angst verbreiten, Kleinhalten. Ihr kommt nicht heraus aus dem Käfig eurer Systeme, ihr kommt nicht heraus aus der Nachkriegszeit. Ihr schafft es nicht, darüber nachzudenken, wie die Zukunft aussehen soll, weil das bedeuten würde, aus der Herde auszubrechen und mit dem Nachplappern aufzuhören.

Es ist widerlich zu sehen, wie eine Gesellschaft die Freiheit, die ihr geschenkt wurde, die teuer bezahlt wurde, einfach weg wirft, einfach fallen lässt, weil sie sich in die Hose scheisst. Es reicht, es reicht, es reicht! Hört auf damit Angst zu haben!

Angst sollte man doch so oder so, vor nichts und niemandem haben.

Die Kreuzburg – jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – www.kenfm.de

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