Beitrag vom 9. März 2009Keine Kommentare
Nun aber richtig: Warum man Kinder verknüppeln sollte, wo immer man sie antrifft! -3-

„Wir müsse wissen, wir werden wissen!“ Für all diejenigen unter euch, die sich dieser Losung mit offen Sinnen angeschlossen fühlen, wird der Abschluss meiner kleinen Meditation zum Erziehungsrecht (und nebenbei Gewalt im Allgemeinen) von Interesse sein.

Was können uns die Naturwissenschaften an die Hand geben, wenn der Geist bisher nur Einblick und die Frage nach dem Maße lieferte?

Ich will gleich zum Punkt kommen: Die Epigenetik legt Forschungsergebnisse vor, die vermuten lassen, dass frühkindliche Gewalterfahrungen einen großen Einfluss auf die Ausbildung unseres Körpers haben. Dass sich Veränderungen in der Aktivierung und Deaktivierung einzelner Gene ereignen können, die in der Folge unter anderem zu Fehlfunktionen im Stoffwechsel führen. So wird z.B. der gewöhnliche Abbau von Stresshormonen außer Kraft gesetzt. Bedeutung gewinnt diese Tatsache aus 2 Gründen. Die Untersuchungen des Gehirns konnten naturgemäß nur an Toten durchgeführt werden, doch fand sich die genannte Veränderung im Hippocampus nur bei Selbstmordopfern mit frühkindlichen Gewalterfahrungen vor, bei Unfallopfern oder Selbstmördern mit normaler Kindheit hingegen nicht. Der 2te und womöglich wesentlichere Aspekt ist jedoch, dass solche Fehlfunktionen vererbbar sind und man dadurch seinen eigenen Einsatz physischer und psychischer Gewalt in zukünftige Familiengeschichten einschreiben kann.

Darüber hinaus liegt eine weitere Studie vor, die nahe legt, dass Gemütsschwankungen der trächtigen Mutter stark auf das Ungeborene wirken, dass bei Übermaß das Kind bereits depremiert zur Welt kommt.

Wer will sich jetzt noch anmaßen und falls doch, dann auf welcher Grundlage, über „angemessene Zuchtmittel“ zu sprechen? Woher will man die Urteilskraft nehmen das richtige Maß zu kennen? Wie will man in einen anderen Menschen hinein blicken und erraten, was dieser bereits aus der elterlichen, ja urfamiliären Geschichte an Ballast mit sich trägt? Wie kann man dem Gedanken verfallen das Maß eines Anderen zu kennen?

Jeder der die Augen offen trägt, wird einsehen, dass Gewalt nur die Schwäche des Stärkeren bedeutet.

Andererseits erscheint es mir aber auch völlig plausibel, und hiermit ende ich, dass in Zeiten globaler Überbevölkerung passiver Mord eine bequeme Entschlackungsmaßnahme sein kann. Demnach tut etwas für unseren Planeten und zieht Selbstmörder heran, verängstigt Mütter, verprügelt Kinder! Lasst keinem mehr Ruhe! Terror, Terror, Terror soll Lebensinhalt sein! Weckt die Schlafenden mit eurem Wissen (ihr Schlaumeier), treibt euch Wissende in den Wahnsinn und vielleicht, ja vielleicht seid ihr ja doch noch lebendig genug, damit sich eure Hirnkruste und euer Gen neu verkapseln lässt und ihr heilsam durch mehr Stress, mehr Stress, mehr Stress ES endlich erreicht; eurem guten Lifestyle geistlos hinterher spukt, nicht seid, nichts seid – oder als Zweitbestes euer nichtiges Leben alsbald hinweg werft.

(M.J.H.N.)

http://www.zeit.de/online/2009/09/gewaltopfer-epigenetik?page=all

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/79/86/dokument.html?titel=Bruch+des+b%F6sen+Zaubers&id=58656897

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,610297,00.html

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dossier/701960/

http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~EFFAD72145EAD472498043FB4B095E97E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

„Epigenetic regulation of the glucocorticoid receptor in human brain associates with childhood abuse“ von Partick O. McGowan, Micheal J. Meaney et al., in Nature Neuroscience Volume 12 Nr. 3 März 2009,  S. 342 – 348

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