Beitrag vom 8. März 2009Keine Kommentare
Kreuzburg Audiostream 10/09

(KW 10 2009) – Titel: Mauer

Download Audio File:

2009-03-08-Kreuzburg-Mauer.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Mauer-

Wir haben nicht vor 20 Jahren für die deutsche Einheit gekämpft, um jetzt zuzusehen, dass Kommunismus und Sozialismus durch die Hintertür in Deutschland wieder was zu sagen kriegt.

Wenn jetzt alle nach Verstaatlichung und nach Staat rufen, Enteignung, dann braucht’s eine Partei wie die FDP die sagt, Freunde, nö!.

Ich bin der festen Überzeugung, dass auch der Markt das wieder richten wird.

Schnauze!

So, Die Mauer. 20 Jahre ist es nun her, 20 Jahre keine Mauer mehr. Obwohl, 20 Jahre sind es eigentlich noch gar. Dann könnte man direkt auch 60 Jahre Kriegsbeginn oder 120 Jahre Hitler kriecht aus dem Schlund der Hölle dazu nehmen, nein, aber es ist so eine Sache mit den runden Zahlen. Exakt vor 340 Jahre auf den Tag genau bricht der Ätna mitten in Italien aus und genau 230 Jahre später wird die Eintracht Frankfurt gegründet. Und was sagt uns das?

Vor 20 Jahren jedenfalls hat sich das ganze, als die Mauer noch stand, so angehört:

Wir machen ihnen eine Mitteilung über die Möglichkeit des Ausreisens der unmittelbaren Staatsgrenze zu Berlin West und in die BRD. Es ist nicht möglich, ihnen hier und jetzt die Ausreise zu gewähren.

Ne Massenverarschung ist dit hier, genau dit gleiche. Denn hätte ick auch zu Hause bleiben können und pennen können, denn wär’ ick jetz gar nicht hier, is ehrlich, meine Meinung. Total Verarschung, die sind sich nicht einig, original. Morgen jeht keen Mensch aus der DDR arbeiten, weil se sich alle die Papiere besorgen wollen und wir kommen noch mehr in die Scheisse.

Genau, Scheisse. Wie heute, allet scheisse. Und wat ham wa draus jelernt, nüscht. Wieder allet scheisse.

Ich bin der festen Überzeugung, dass auch der Markt das wieder richten wird.

Schnauze!

20 Jahre Freie Welt und einig hoch heil Vaterland und es gibt immer noch Ossis und Wessis. Die hier und die da drüben und wir und ihr und mittlerweile wird die 16 jährige Madelene auch wieder gefragt, wie es denn damals im Osten so war, genau. Der Deutsche igelt sich eben gerne ein in sein Schicksal, ob es das gibt oder nicht, egal. So wird der Ossi mehr und mehr zum wimmernden Brandenburger, der sich vor Traurigkeit und Verzweiflung seinem Schicksal als Neonazi ergibt und der dicke feiste Wessi baut auf der anderen Seite in Niedersachsen ein Kolosseum auf und lässt sich brechend den Wanst vollaufen, während nackte Sklaven aus Dresden in der Arena den Mauerfall nachstellen.

Es ist erstaunlich, wie die Welle der Begeisterung über das Ende der Teilung der Welt, das Ende des Kalten Krieges, das Ende von Gut und Böse dazu geführt hat, dass wir uns heute, zwanzig Jahre später, in einer Welt der „Winner“ and „Looser“ wieder finden. Eine Welt ohne Moral.

Wer hätte gedacht, dass Gitte Haenning bereits 1982 mit „Ich will alles. Ich will alles und zwar sofort!“ die Hymne unserer Zeit schrieb, quasi das Hasselhofsche „Looking for Freedom“ des Jahres 2009.

Man kann in diesen Tagen nur noch wahnsinnig und oder verrückt werden, so wie der Guido, anders ist es nicht mehr zu verkraften, dass eine Bank sich mit Steuergeldern 400 mio € Boni finanziert, während ein falscher 1,30€ Bon von einem Gericht als völlig normaler Kündigungsgrund bestätigt wird. So etwas nennt man Parallelwelt oder auch Parallelgesellschaft, mit zweierlei Maß messen.

Zum Schluss ein bisschen Grundgesetz aus dem Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

Habt ihr noch Angst, dass Grundgesetz zu missachten, nö? Na Angst sollte man ja so oder so vor nichts und niemandem haben, ihr Knallköpfe. Wieder alles falsch verstanden, na los Ronald:

Mr Gorbatschov, tear down this wall…

Die Kreuzburg – jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – www.kenfm.de

Kommentare
Einen Kommentar schreiben
XHTML: Du kannst diese Hervorhebungen verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>