Beitrag vom 22. April 2009Keine Kommentare
So einfach kann es sein!

Von der Startseite meines Internetbrowsers schimmert mir das Logo des weltweit größten Suchmaschinenanbieters in charming grün und blau entgegen. Tag der Erde. Heute. Und unweigerlich komme ich in Versuchung, mir zu überlegen, was denn ein Tag der Erde überhaupt bringen soll. Ist es wie beim Kindertag? Nein, heute bin ich mal lieb zu meinem Sprössling und geb ihm nur auf die linke Wange eine richtige Watschen – ist ja schließlich Kindertag!? Ich stell mir vor, wie an irgendeinem Seitenarm eines größeren Flusses in China die armen Gehilfen geldgieriger Geschäftemacher auf ihrem giftigen, leck-geschlagenen Fässern sitzen. Heute verunreinige ich das kühle Nass nicht, mag einer zu sich sagen. Und die Menschen werden es ihnen danken und erst einen Tag später an einer möglicherweise durch das Gift verursachten Krankheit erliegen. Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass wenn das Abladen von Abfällen am Fluss nicht generell verboten wird, sich nichts ändern wird? Lediglich 5 Tage würden dank der jährlichen Tage der Erde herausspringen. Wir brauchen die richtigen und durchgreifenden Gesetze! BÄMM! Ab 2020 darf es keine Autos mit Treibstoffantrieb aus nicht-regenerativen Quellen mehr geben. Aber nein. Heute machen wir uns mal was bewusst zum Thema Erde und morgen holen wir uns die Abwrackprämie. Da verwundert es nicht, dass sich einige in Galgenhumor flüchten.

Ein anderes Beispiel. Wie jeden Morgen zappe ich zum Kaffee am Morgen durch die Programme. Hätte man nicht so ein dickes Fell und so viel Humor wie ich, dann würde man über kurz oder lang an den Gestalten und Themen hinter der Glasscheibe stimmungsmäßig zu Grunde gehen. Jedenfalls erbarmte sich der großartige Sender Pro7, für den heutigen Tag „grünes“ Programm zu senden. Sagt der Sender, der mit dem Ausstrahlen des Raab-Events und den darin vorkommenden sinnlosen Spielchen, unnötigerweise Strom verballert. Muss ja bis ins letzte alles ausgeleuchtet werden. Und wofür? Ja, das liebe Geld. Business is business. Jedenfalls wurde jeder Werbeblock mit dem besonderen Verweis auf das neue Modell des Samsung LED TV begonnen, der so unglaublich grüne Werte aufweist. Die grünen Werte bestehen darin, dass er mit vielleicht 130 Watt Energieaufnahme beim Betrieb lediglich 50% der üblichen Menge Leistung aufnimmt wie vergleichbar große Geräte von Konkurrenten. Löblich. Das dies immer noch gut ungefähr 80 Watt über der Leistung leigt, die ein kleiner feiner popliger 40cm Fernseher verbraucht ist dabei nicht soooo wichtig. Letztlich ist das für solche Ungetüme ein hervorragender Wert. Und Fernsehen soll ja auch grandios sein. Viele Farben, gestochen scharf und mit 1a-Sound. Wen wunderts eigentlich noch?

(C.M.)

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