Beitrag vom 25. September 2009Keine Kommentare
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte…

Ja, wen sollen wir denn fragen? Gerade sitze ich vor der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Ökotest“. Gleich auf den ersten Seiten wird ein Test der neuen Fischstäbchen-Sorte der Firma mit dem Kapitän zusammengefasst. Zur Erklärung: Seit geraumer Zeit flimmert regelmäßig dieser TV-Spot über den Bildschirm, in dem der gecastete Kapitän die neuen Stäbchen anpreist, da sie so viiiiiiiiieeeeeeeeeeellllllll Omega-3 enthalten. So viel GESUNDES OMEGA-3, dass er es gefühlte 25 mal in diesem Spot erwähnen muss. Fischstäbchen, lecker Essen, nicht nur für Kinder! Und jetzt noch gesünder! Lohnt sich doch, bei einem durchschnittlichen Preis von 2,29€ pro Packung.

Also was ist damit? Erster Kritikpunkt der „Ökotester“ ist die Menge des Schadstoffs 3-MCPD-Fettsäureester. Dieser gelangt über das eingesetzte Pflanzenöl in das Produkt. Nun mag es auf den ersten Blick nicht besonders kritisch sein, wenn bei 5 Stäbchen, der Grenzwert zur Hälfte erreicht wird. Nun essen alle Kinder lediglich 5 Stäbchen? Zweiter Kritikpunkt ist die Anreicherung mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA mittels Fischöl. Interessant, dass diese Anreicherung zumindest bei Erwachsenen unnötig scheint, da ein Mangel in der Regel nicht auftritt. Da gibt es einen Hinweis des Bundesinstituts für Risikobewertung, die angeben, dass eine Anreicherung die Aufnahme so weit steigern kann, dass ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel auftritt. Erhöhte Blutungsneigung und schlechtere Immunabwehr können die Folge sein.

Was sagt uns das? Wir brauchen nicht unbedingt alles glauben, was die Werbung uns als „gesund“ verkaufen möchte. Und darum geht es im Kapitalismus Freunde – ums VERKAUFEN!

Und wir – die KAUFENDEN – haben es meist in der Hand. Wir entscheiden, was und von wem wir etwas kaufen. Da geht es nicht nur um die Qualität der Produkte an sich. Sondern gleichermaßen um die produzierenden Konzerne. Ein Beispiel für scheinbar mangelnde Qualitäts- und Sozialstandards liefert ein Textildiscounter, für den gerade Frau Blubb-Spinat-Pooth die Reklame verziert .

Informiert Euch. Schließt Euch in der Familie zusammen. Eine Zeitschrift mit Produkttests kostet nicht so viel, wenn man sich die Kosten teilt (man kann oft auch gegen eine Gebühr Testberichte online downloaden). Es informiert und schult mit der Zeit den Blick für vieles. Einigen mag es egal sein, was sie essen, tragen und in den Körper reiben, weil sterben tun wir ja alle. Aber ich glaub, vielen fehlt nur ein kleiner Schubs. Schubst mal ein bisschen!

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