Beitrag vom 12. Dezember 2008Keine Kommentare
Bewusstsein No.3

Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit ist schon ein merkwürdiges Wort. Es gibt mittlerweile viele gute und wichtige Projekte, die sich mit der Nachhaltigkeit aus ökologischer, ökonomischer und auch sozialer Sicht beschäftigen. Und die freiwilligen oder professionaliserten Helfer konkurrieren untereinander um die finanziellen Hilfen, die die Menschen regelmäßig zu Weihnachten ausschütten. Knapp 50% des Jahresumsatz ist zu Weihnachten zu machen. Da kämpft der Eisbär gegen den von der Dürre bedrohten Bauern aus dem Irak. Klimawandel global. Da setzen herzensgute Menschen ihre Zeit, ihr Geld und ihre Energie ein. Und oft leisten all die Helfer beachtliches. Nur genauso oft können sie manches Leid nicht lindern, sondern nur dafür sorgen, dass es nicht größer wird. In der Hoffnung, dass sich vielleicht die Strukturen ändern mögen, denn sonst ist es ein Weg ohne Ziel. Und da kommt die Nachhaltigkeit ins Spiel.

Ich persönlich bin der Meinung, dass Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens ist. Und sein sollte. Vielmehr sogar in unseren westlichen Welt. Nicht jeder hat die Zeit Gedanken zu fassen. Nicht jeder hat die Zeit seine Seele zu erforschen. Unzählige Menschen leben unter unwürdigen Bedingungen und haben so nicht die Möglichkeiten wie sie uns zur Verfügung stehen. Es gibt Tage, an denen ich mich bewusst gegen jede neue Information sperre. Meinen Kopfhörer aufsetze. Musik laufen lasse. Und ziellos durch die Straßen der Stadt laufe. Im Schutz der Schatten und der Dämmerung kann ich meine Tränen nicht verbergen. Aber von Zeit zu Zeit muss dies einfach sein.  Auch wenn das selbst heutzutage so unglaublich weich klingt. Das ist meine Form der Nachhaltigkeit. Früher war es so, dass ich mir vielem bewusst war. Als wir damals, ich noch ein kleiner Bub, Pakete für Nicaragua packten. Da fühlte ich, irgendetwas stimmt da nicht. Erst einige Zeit später kam etwas Wesentliches hinzu. Das Gefühl der Verantwortung. Und aus diesem Grund tut es manchmal zu sehr weh eine Verantwortung zu haben. 90% der Bundesbürger haben nach eigener Aussage ein Bewusstsein gegenüber ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten. Aber die wenigsten setzen es um. Es sei zu teuer. Zu aufwendig. Es helfe alles eh nichts. Wenn ich mich nicht täusche, war dies ein wesentlicher Aspekt den Paul Nolte in seinem Buch „Generation Reform“ kritisierte. Es sei eine Zeit, in der der Mensch sich vielem bewusst ist. Und durch sein Selbst-Bewusstsein sich selbst in das Zentrum der Welt stellt. Geht es mir gut? Was kümmern mich die anderen? In der heutigen Zeit zählt in erster Linie, dass es mir gut geht! Und wenn dann noch Zeit bleibt, über den Tellerrand hinauszuschauen, dann guck ich mal was ich machen kann.

Wir brauchen mehr Nachhaltigkeit. In allen Bereichen. Bringst Du jemanden dazu, etwas Gutes zu tun und öffnest ihm für Zusammenhänge die Augen, dann bist Du nachhaltig. Änderst Du dauerhaft Dein Konsumverhalten zum Besseren, dann bist Du nachhaltig. Erkenne Deine Pflicht und Verantwortung. Dann wird das Leben zwar nicht unbedingt leichter – aber definitiv intensiver!

Übrigens: Deutschlands Rüstungsindustrie exportiert jährlich für circa 10.000.000.000$ Waffen. Die Nummer 2 in der Welt. Herzlichen Glückwunsch dazu liebe Bundesrepublik.

(C.M.)

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